Zuerst einmal ein Lehmofen, dann...

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iron.fire

Zuerst einmal ein Lehmofen, dann...

Beitrag von iron.fire »

Ich habe mir vorgenommen, zuerst einmal einen HBO aus Lehm zu bauen, damit ich die optimale Größe meines zukünftigen HBO feststellen kann, aber auch um mit meinem 6-jährigen Sohn gemeinsam etwas Erfahrung bezüglich Ofenbau sammeln zu können.
Wasser und Gatsch lieben ja fast alle Kinder (auch ich), und falls da mit dem Ofenbau etwas schief gehen sollte, ist der Schaden nicht so groß. Der zweite soll dann mit Schamott gebaut werden, sowie einen gemauerten Sockel bekommen. Für den Lehmofen werde ich den Sockel aus Palettenholz fertigen, die ich in der Firma gratis erwerben konnte.

Bis jetzt habe ich ganze 19 Euro für meinen Lehmofen ausgegeben. 5 Euro für ca. 1200kg ganz fetten Lehm, 3 Euro für einen Ballen Stroh und 11 Euro für 480 kg Sand. Wobei ich glaube, dass ich sicher zu wenig Sand gekauft habe.
Den Lehmofen würde ich gerne in einigen Wochen für Pizza und Brot nützen wollen. Ich hoffe, es wird mir soweit gelingen. Mit dem Schamott-Ofen werde ich evtl. erst im Frühling beginnen, um mit der Trocknungsphase nicht in den Winter zu kommen.

Zur Größe des Lehmofens: Der Sockel hat 1500x1500mm - die Kuppel wird innen 900mm haben. Das ganze wird unter einem bestehenden Carport gebaut. Holz und Feuer sind ja gute Freunde, ich hoffe diese Freundschaft wird nur im Offen bleiben und sich nicht auf meinem Sockel und das Carport ausweiten.
Den Sockel habe ich auf der Oberfläche 4 cm feuerfeste Matten gegönnt und darauf noch mit ca. 4cm feinen Quarzsand die Platten beschwert und eine fast ebene Fläche hergestellt. Der Backboden wird mit Schamott im Sandbett mit einer ca. 5-6mm Dehnungsfuge in der Kuppel schwimmend verlegt. Hier schon einmal die ersten Fragen dazu. Soll ich die Fuge offen lassen oder mit Quarzsand füllen? Können sich die Schamottsteine ausdehnen, wenn ich die Fuge mit Sand fülle oder drückt das dann gegen meine Kuppel die ja nicht auf den Schamottsteinen ruht?
Die Kuppel wird aus Lehmkugeln geformt werden wobei ich die unterste Reihe (auf Sand schwimmend)mit ganz viel Stroh mischen will, um nicht so viel Wärme nach unten zu lassen. Die zweite Reihe soll dann nur mehr ganz wenig Stroh beigemengt werden, um zu einem guten Speichervolumen zu kommen, oder kann man den Lehm im Brennraum komplett nur aus Lehm/Sand-Gemisch herstellen?
Das Grundgestell aus Holz
Das Grundgestell aus Holz
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Die feuerfesten Platten ergeben die erste Schicht
Die feuerfesten Platten ergeben die erste Schicht
Lehmofen2.jpg (223.95 KiB) 8155 mal betrachtet
Über den Platten 4 Säcke Sand verteilt
Über den Platten 4 Säcke Sand verteilt
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Börni

Re: Zuerst einmal ein Lehmofen, dann...

Beitrag von Börni »

Hallo Iron.fire,

gibt es schon eine "Vorstellungsrunde" von Dir? Wir kennen uns ja so noch gar nicht :)
Ich heiße Dich erst mal herzlich Willkommen im Forum der :sbof: :D

Schamottesteine dehnen sich nicht aus, also wenn Du dazwischen Sand verfüllst dürftest Du keine Probleme bekommen.
Stroh so nahe am Brennraum halte ich für auch nicht wirklich sinnvoll der wird doch bestimmt verbrennen ... kenne mich mit Lehmöfen aber so auch nicht aus. Da gibt es hier andere ;)
Bin aber der Meinung das die erst nach mehr als 10cm Lehmschicht mit Stroh angefangen haben und dann auch mehr zu Dämmzwecken.... :frage:
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Wolfgang EG
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Re: Zuerst einmal ein Lehmofen, dann...

Beitrag von Wolfgang EG »

Bist Du sicher, dass die gesamte Last auf den vier Holz"beinen" ausreichend abgesichert ist? Was schätzt Du, wie schwer dann alles komplett wiegt?

Wolfgang
Es wurde bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit verboten! Friedrich Nietzsche
SebastianF

Re: Zuerst einmal ein Lehmofen, dann...

Beitrag von SebastianF »

Hallo,

bei der Unterkonstruktion habe ich arge Sicherheitsbedenken :tatuetata: :dagegen: ... 1,5 - 2t Material auf den 4 "Beinchen" :mmeinung: ... wobei das "Wegknicken" eher das Problem wird, wenn die Last im Schwerpunkt nicht mittig liegt sondern mal etwas Schub von der Seite bekommt (wenn man z.B. in den Ofen kriecht, um die
Schalung raus zu holen) ... da kann kann der Schaden schon gigantisch werden, wenn was beim Ofenbau schief geht (ein 6-jähriger mit einer Tonne Lehm auf den Beinen könnte da einiges an Erfahrung sammeln :motz: ...) ...
zumindest die Ecken der Unterkonstruktion solltest Du biegesteif machen (z.B. Diagonalen/Streben/Kopfbäner rein) ... oder ein Stapel (Euro)Paletten drunter stellen ...

ansonsten prima Idee ... nur ich würde da ein wenig mehr Wert auf Sicherheit (Angststatik) legen ... auch, wenn es nur ein Provisorium ist (und nächts hält länger, als ein gutes Provisorium :pfeifend: )

viele Grüße

Sebastian
iron.fire

Re: Zuerst einmal ein Lehmofen, dann...

Beitrag von iron.fire »

Hallo, vorgestellt habe ich mich eigentlich unter der Rubrik Uservorstellungen. Was soll ich unter einer Vorstellungsrunde verstehen?
Das Stroh ist ja im Lehm drinnen, ich glaube da kann nichts verbrennen. Natürlich wird das Stroh das nicht komplett mit Lehm bedeckt ist verbrennen, aber ich denke das wird nicht stören.
Sicherheitsbedenken habe ich eigentlich keine. Ich habe jeden Fuß (nicht Füßchen) mit 4x 180iger Torx-Schrauben direkt verschraubt und zusätzlich mit 4 Schwerlastwinkeln versehen. Also insgesamt 16 Winkeln - da wackelt nichts hin oder her. Natürlich kann ich noch 8 Kopfbänder anbringen, aber dann sollte es passen.
Zum Gewicht: Ich glaube, der kompl. Offen wird nicht mehr als 1,5 t wiegen, und mein Gewicht muss der Unterbau nicht tragen, da ich nicht durch so eine kleine Öffnung durchkriechen kann.
Zum Bau: Heute habe ich wieder ein wenig daran gearbeitet, bis ich dann von einem Wetter überrascht wurde. Es wurden 2 Schiebetruhen (bis an den Rand voll) mit Lehmkugeln hergestellt. Das abmischen vom Lehm sowie das Formen der Kugeln war richtig harte Knochenarbeit. Leider musste ich frühzeitig wegen des Wetters aufhören. Mir fehlt noch ca. 1/3 der gesamten Fläche, um überall eine etwa 5 cm dicke Lehmschicht zu haben.
Ich habe gelesen, der Lehm wird im Trocknungsprozess kleiner. Dann werde ich wahrscheinlich gar keinen Sand zwischen Schamottboden und der Lehmkuppel einbringen müssen.
Wie lange soll/muss man warten bis man den Sand von der Kuppel rausholen kann. Funktioniert das schon nach 1-2 Tagen, oder soll man den Sand solange drinnen lassen, bis man die kompl. Kuppelstärke (ca. 25cm )erreicht hat?
Auf diesen Foto sieht man die Schwerlastwinkeln, insg. 16 Stk.
Auf diesen Foto sieht man die Schwerlastwinkeln, insg. 16 Stk.
Lehmofen 8_Schwerlastwinkeln.jpg (207.97 KiB) 8099 mal betrachtet
Der Schamottboden
Der Schamottboden
Lehmofen4.jpg (209.69 KiB) 8099 mal betrachtet
Die Ziegeln kommen wieder weg, sie dienen nur, um den Sand ein wenig in Form zu halten.
Die Ziegeln kommen wieder weg, sie dienen nur, um den Sand ein wenig in Form zu halten.
Lehmofen5.jpg (205.63 KiB) 8099 mal betrachtet
So sehen die Lehmkugeln aus.
So sehen die Lehmkugeln aus.
Lehmofen 7_Kugeln.jpg (211.17 KiB) 8099 mal betrachtet
Fotos von den Lehmkugeln wie sie an der Negativform angebracht wurden gibt es leider wegen des schlechten Wetters nicht.
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Golo
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Re: Zuerst einmal ein Lehmofen, dann...

Beitrag von Golo »

Respekt, erst zum "Test" einen Lehmbackes zu bauen......sieht auch soweit ganz gut aus, wobei ich die Sicherheitsbedenken meiner Vorredner teile....
Wenn 1,5 Tonnen in Bewegung geraten, dan heben deine Winkel da garnix mehr fest....und in der Mitte der Unterkonstruktion wird letztendlich die höchste Last sein...da hast du aber keine Stützen...und da wollte ich nicht daneben stehen oder gar darunter liegen, wenn das dann alles zusammenbricht.....nicht auszudenken, wenn in der Situation Kinder unten drunter spielen....und die werden sicher da unten rumtoben, denn dass ist ja eine super "Höhle"......

:mmeinung:
Beste Grüße aus dem (sym)badischen Oberhausen
Markus


-->Golos Steinbackofen-Projekt<--
iron.fire

Re: Zuerst einmal ein Lehmofen, dann...

Beitrag von iron.fire »

In der Zwischenzeit habe ich das Grundgestell verstrebt und zusätzlich 2 weitere Stützen montiert. Das habe ich aber erst gemacht, nachdem der Ofen fertig war – ich musste es wissen!!! Naja, ganz fertig ist der Ofen noch nicht, aber jetzt fehlt nur mehr die Stroh/Lehmschicht als Dämmung. Hierzu muss ich mir 2 Schablonen basteln. Einmal ein Holzbrett wo eine Halbkugel mit einem Durchmesser von 150cm ausgeschnitten wird und ein Holzbrett mit einer Veirtelkugel von 75cm um wieder eine einigermaßen runde Kuppel auf meinem Gestell zu sehen. Zurzeit sieht es nicht nach einer Kuppel aus.
Ich bin gerade dabei, meinen Ofen zu trocknen. Bei dem nass-kalten Wetter dauert das noch sicher einige Wochen bis er trocken ist. Ich habe seit 2 Tagen zwei Kerzen im Backraum stehen bei einer Temperatur von ca. 48 Grad im Inneren. Der Lehm innen wie außen ist noch immer weich. Wäre es besser, einen Ventilator im Backraum zu platzieren und mit dem entstandenen Wind den Innenraum zu trocknen?
Börni

Re: Zuerst einmal ein Lehmofen, dann...

Beitrag von Börni »

... die wichtigste Grundregel beim Trocknen des Ofens ist -> "Nichts Überstürzen!" :mmeinung:
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DJTMichel
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Re: Zuerst einmal ein Lehmofen, dann...

Beitrag von DJTMichel »

Hi Fabian,

da es (aus mir als Lehmbackesfan unverständlichen Grund) "nur" eine Interimslösung sein soll, würde ich ihn einfach mit Holz trockenheizen. Natürlich weiß ich nicht, wie "dünn" der Lehm angerührt wurde und wieviel Wasser er somit wieder abgeben muß. Je mehr Wasser, desto höher die Rißneigung - aber auch die stellt bei Lehm kein Problem dar: Risse anfeuchten und erneut mit Lehm zuschmieren (hat Otti mir vor dem Bau meines Backes gesagt und natürlich recht behalten :gut: ).
Ach übrigens: Nichts hält länger als ein Provisorium! :D
Gruß
Michel ;)


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Spätzünder
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Re: Zuerst einmal ein Lehmofen, dann...

Beitrag von Spätzünder »

hallo fabian
ich habe mein lehmofen über den winter
in aller ruhe trocknen lassen
isoliert hab ich mit steinwolle und es funktioniert.
die schamottsteine habe ich auch in quartzsand gelegt
lg
spätzünder :dog:
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