Schamottemörtel mit Fasern

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maschi2017
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Schamottemörtel mit Fasern

Beitrag von maschi2017 »

Hallo Leute,

mich beschäftigt die Frage, ob Schamottemörtel mit Fasern länger ohne Risse bleibt als ohne?
Als Werkzeugmacher arbeite ich auch gelegentlich an einer Drahterodiermaschine.
Beim erodieren selbst wird mit einem Messing Draht, bei uns hauptsächlich im Durchm. von 0,25 mm,
Metall hoch präzise zerspahnt. Dieser Draht wird während der Bearbeitung leicht angegriffen und erhält dadurch eine rauhe
Oberfläche. Nachdem der Draht einmal verwendet wurde, wird Dieser direkt im hinteren Bereich der Maschine in ca 20mm lange Stücke zerhackt und danach dem Recycling zugeführt.
Diese Fasern / kleinen Schnipsel, könnte man in den Mörtel mischen um evtl. entstehenden Spannungsrissen entgegen zu wirken.
Gibt es so was schon bzw hat das schon mal wer probiert? Nicht genau so wie ich das versuchen möchte, eher allgemein!
Würde mich mal interessieren :dafuer: / :dagegen:
Viele Grüße aus der Wetterau
Manfred


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Rene
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Re: Schamottemörtel mit Fasern

Beitrag von Rene »

Hallo Manfred

Bei Beton werden feine Drahtstücke mit vergossen damit spart man Moniereisen.
Da denke ich mal das die Messingreste sogar noch besser sind da Sie nicht rosten können, aber das Risiko besteht anderseits das die Drahtstücke sich schneller erwärmen und den Mörtel sprengen. Ähnlich wie ein Stahlbolzen der in einen Schamottestein drin ist .
Ich würde an Deiner Stelle ein Versuch starten. 2 Haufen Mörtel machen, einen mit einen ohne und trocknen lassen und dann mit einen Brenner drauf ( wichtig Augenschutz). Denke das ist das sicherste.

Gruß Rene
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Rene
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Re: Schamottemörtel mit Fasern

Beitrag von Rene »

sorry doppelklick
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JohnDooe
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Re: Schamottemörtel mit Fasern

Beitrag von JohnDooe »

Schmelzpunkt und Wärmeausdehnungskoeffizient könnten Probleme machen.
maschi2017
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Re: Schamottemörtel mit Fasern

Beitrag von maschi2017 »

Hallo,

die Tage werde ich das einfach mal versuchen. War ein guter Tipp mit 1x mit und 1x mit ohne
Mit Ausdehnung/Sprengung sollte ich keine Probleme bekommen, bei 0,25mm Durchmesser und ca 20mm Länge :D
Viele Grüße aus der Wetterau
Manfred


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JohnDooe
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Re: Schamottemörtel mit Fasern

Beitrag von JohnDooe »

Bei den gewaltigen Ausdehungen könnte das gut gehen. Aber nur zur Info.
Messing hat fast den DOPPELTEN Wärmeausdehungskoeffizienten wie Beton oder Stahl.

Das ist schon heftig.

Stahl/Beton mit 20mm längt sich bei einer Temperaturänderung von 500 Grad um ca 0,1mm
Messing um fast 0,2mm.

Zwei Zehntel sind für einen "starren" Werkstoff wie Beton ein Haufen Holz.
Euskirchner

Re: Schamottemörtel mit Fasern

Beitrag von Euskirchner »

Ich weiß nicht wie der Test ausgegangen ist aber mir hat unser Ofenbauer zu den Schamottsteinen und Mörtel auch noch 3Kg 25mm lange Edelstahldrähte mitgegeben . Die sollte ich in den Schamottbeton einrühren oder lagenweise einstreuen. Der Ofenbauer (ich rede da von industrieöfem im 2stelligen MW Bereich) setzten die Metalldrähte zum Spritzbeton automatisch zu und bekommt auch größere Schichtdicken ohne Armirung im klasischen Sinne hin .

Bei mir funktioniert das ganz gut bis jetzt .

Lg Hans
maschi2017
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Re: Schamottemörtel mit Fasern

Beitrag von maschi2017 »

Hi,

die Risse von meiner Kuppel sind ja nicht zu übersehen. Ich habe den Ofen noch mal saftig hoch geheizt und an dem Punkt, an dem ich dachte dass die Grater nicht größer werden, habe ich Schamottemörtel, versetzt mit den Messing Drahtstücken, in die Risse geschmiert. Die Kuppel hatte außen rund 200 Grad. Dann 2 Tage auskühlen lassen und noch mal hoch geheizt. Es entstand nur noch ein ganz feiner Haarriss :bier:
Fazit: auf jeden Fall empfehlenswert.
Viele Grüße aus der Wetterau
Manfred


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