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 Betreff des Beitrags: Ich brau mir 150l Vorderwürzebier
BeitragVerfasst: Do 30. Apr 2015, 16:15 
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Flammenbeschwörer
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Registriert: Sa 25. Apr 2015, 09:39
Beiträge: 289
Hallo,

der Sommer naht, ich habe schönes Wetter geplant, also muß auch Bier da sein!
Da diese Bierbraurubrik ziemlich leer ist, werde ich diese Sude mal ausführlich mit Bildern beschreiben.
Zuerst soll es ein kleiner Sud, 150ltr Vorderwürze, werden. Ist dieser Sud vergoren, nehme ich die Hefe, die sich in diesem Sud stark vermehrt hat, für einen größeren Sud.
Vorderwürzebier: Normalerweise wird das Malz in ungefähr die Hälfte Wasser eingemaischt, in verschiedenen Temperaturstufen hochgeheizt und geläutert. Um den Rest Zucker noch aus dem Treber auszuwaschen, werden mit dem Restwasser Nachgüsse gemacht. Die erste ablaufende Würze ist die Vorderwürze. Jeder weitere Nachguß löst aber auch mehr unerwünschte Stoffe aus dem Treber, deshalb muß man zügig und nicht zu lange läutern. Für das Vorderwürzebier braucht man mehr Malz, weil eben die Nachgüsse fehlen und Zucker im Treber zurück bleibt.
Das Bier ist aber das Bessere, bilde ich mir ein.

Rezept

Ich benutze ein kleines Programm, um die Mengen meiner verschiedenen Biere auszurechnen.
Dateianhang:
K640_1.JPG
K640_1.JPG [ 48.7 KiB | 9065-mal betrachtet ]

sch.. Blitz, mach ich später neu

Für das Vorderwürzebier kommt 19kg Pilsenermalz, 3,3kg Münchnermalz, 1,45kg frisch geröstetes Malz und 0,025kg Röstmalz in den Sud.
Das Malz wird natürlich frisch geschrotet, und zwar so:
Dateianhang:
K640_2.JPG
K640_2.JPG [ 56.23 KiB | 9065-mal betrachtet ]


Das schwarze Malz im Trichter sind die 0,025kg Röstmalz, da könnte man auch einen "Muckefuck" draus kochen

Dateianhang:
K640_3.JPG
K640_3.JPG [ 56.12 KiB | 9065-mal betrachtet ]


Das ist der Stoff der Begierde, ca 22kg frisch geschrotetes Malz, ergeben eine Stammwürze von etwa 12,5% in 150l Würze.

_________________
Gruß Dieter

Wenn einer Durst hat, dann trinke er Bier oder Wein, denn Wasser hat keine Kraft.
Nur wenn einer ganz gesund ist, kann er auch manchmal Wasser trinken, ohne daß es ihm sonderlich schadet!

Hildegard von Bingen


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BeitragVerfasst: Fr 1. Mai 2015, 09:30 
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Flammengott
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hufpfleger hat geschrieben:
Hallo,

der Sommer naht, ich habe schönes Wetter geplant, also muß auch Bier da sein!
Da diese Bierbraurubrik ziemlich leer ist, werde ich diese Sude mal ausführlich mit Bildern beschreiben.
Zuerst soll es ein kleiner Sud, 150ltr Vorderwürze, werden. Ist dieser Sud vergoren, nehme ich die Hefe, die sich in diesem Sud stark vermehrt hat, für einen größeren Sud.
Vorderwürzebier: Normalerweise wird das Malz in ungefähr die Hälfte Wasser eingemaischt, in verschiedenen Temperaturstufen hochgeheizt und geläutert. Um den Rest Zucker noch aus dem Treber auszuwaschen, werden mit dem Restwasser Nachgüsse gemacht. Die erste ablaufende Würze ist die Vorderwürze. Jeder weitere Nachguß löst aber auch mehr unerwünschte Stoffe aus dem Treber, deshalb muß man zügig und nicht zu lange läutern. Für das Vorderwürzebier braucht man mehr Malz, weil eben die Nachgüsse fehlen und Zucker im Treber zurück bleibt.
Das Bier ist aber das Bessere, bilde ich mir ein.

Rezept

Ich benutze ein kleines Programm, um die Mengen meiner verschiedenen Biere auszurechnen.
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sch.. Blitz, mach ich später neu

Für das Vorderwürzebier kommt 19kg Pilsenermalz, 3,3kg Münchnermalz, 1,45kg frisch geröstetes Malz und 0,025kg Röstmalz in den Sud.
Das Malz wird natürlich frisch geschrotet, und zwar so:
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Das schwarze Malz im Trichter sind die 0,025kg Röstmalz, da könnte man auch einen "Muckefuck" draus kochen

Dateianhang:
K640_3.JPG


Das ist der Stoff der Begierde, ca 22kg frisch geschrotetes Malz, ergeben eine Stammwürze von etwa 12,5% in 150l Würze.


Habe die Ähre, Hufpfleger!

Sehr schöne Doku hast gemacht! :gut:

Wird das ein Dunkles Bier oder welche andere Art?

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Gruß Richard
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Wenn nur Brot da wär' zum Essen!
Zähne würden sich schon finden...


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BeitragVerfasst: Fr 1. Mai 2015, 10:11 
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Schamottetycoon
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Boah, genial! :respekt:

Ich wusste gar nicht, dass man die Hefe weiterverwenden kann. Ich dachte immer, die sei nach der Vergärung "tot".
Von wo beziehst du deine Grundstoffe (Malz, Hopfen, Hefe ...)?

Kannst du mal ein Detailfoto von dem Schrotgrad einstellen? Evtl. mit Bezugsgröße (Streichholzschachtel, 1-Euro-Münze, etc.)?

:danke:

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BeitragVerfasst: Fr 1. Mai 2015, 10:28 
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Flammenbeschwörer
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Beiträge: 289
Hallo,

geplant sind 20EBC (Maßeinheit der Farbe von European Brewery Convention).

:pfeifend: das ist etwa so, als wenn die Düsseldorfer und Kölner sich zusammentun und Kölsch und Alt halb und halb mischen..... :undwech:

Das Bier wird obergärig und schmeckt einfach kräftiger als ein normales Bier mit Nachgüssen. Durch die Zugabe von frisch geröstetem Malz bekommt man auch einen gaaanz leichten Röstgeschmack mit rein. Leider verliert sich der mit längerer Lagerung.

;) Das wußte schon mein Opa, der sagte immer, Bier muß kalt, schnell und viel getrunken werden ;)

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Gruß Dieter

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Hildegard von Bingen


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BeitragVerfasst: Fr 1. Mai 2015, 18:30 
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Flammenbeschwörer
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Beiträge: 289
Hallo,

hier die Braudaten aus meinem Brauprogramm (Eingangspost 1. Bild) lesbar:

Vorderwürzebier
Menge 150 Liter
Stammwürze 12.5 °P
High Gravity Faktor 50 %
Bittere 26 IBU
Nachisomerisierungs-Zeit 10 min
Farbe 20.6 EBC
CO2 Gehalt 5 g/Liter
Brauanlage Meine Brauanlage
Pilsener Malz 18.855 Kg 70 % 3 EBC
Münchner Malz II 3.394 Kg 12.6 % 23 EBC
eigenes Röstmalz 1.266 Kg 4.7 % 140 EBC
Röstmalz, Farbmalz,
CARAFA III® 0.027 Kg 0.1 % 1400 EBC
Gesamt 26.936 Kg
Perle (Pellets) 6
% Alpha 303.03 g 90 min
Hauptguss 123.9 Liter
Milchsäure (80%) 0 ml
Nachguss 19.95 Liter
Milchsäure (80%) 0 ml
Gesamt 143.86 Liter
Danstar Nothingham Ale
Bemerkungen etc.
Maischen
Einmaischen: 123.9 Liter Wasser auf 57°C erhitzen und Malzschüttung zugeben
Eiweißrast (57°) Maische auf 57°C erhitzen und 10 min Rast einlegen.
Maltoserast (60°-65°) Maische auf 63°C erhitzen und 30 min Rast einlegen.
Kombirast (66°-69°) Maische auf 67°C erhitzen und 20 min Rast einlegen.
Verzuckerung (70°-75°) Maische auf 72°C erhitzen und 10 min Rast einlegen.
Abmaischen (78°) Maische auf 76°C erhitzen und 5 min Rast einlegen.
Läutern
Läutern
vorbereiten Maische in den Läutereimer schöpfen
Nachguss
vorbereiten: 19.95 Liter Wasser auf 78°C erhitzen
Nach etwa 10 - 20 min Wartezeit solange Vorderwürze ablaufen lassen und wieder zurück in den Läutereimer schütten, bis Würze
klar läuft.
Läutern Würze langsam ablaufen lassen (Treber darf nicht trockenlaufen!!), bevor Treber trockenläuft immer etwas (ca. 2-3
Liter) Nachguss über Schaumlöffel nachgießen.
Würze kochen
Würze zum Kochen bringen
1. Hopfengabe: 303.03g Perle Hopfen untermischen
Kochen Noch 90min weiter kochen
Würzemenge
eintragen
Die Würzemenge ermitteln und im Tab (Brau & Gärdaten) in das Eingabefeld (Würzemenge vor dem
Hopfenseihen) eintragen
Whirlpool Kocher abschalten, wenn thermische Bewegung abgeflaut ist einen Whirlpool erzeugen
ca. 15 min warten bis sich Trubkegel gebildet hat
Abseihen / Anstellen
Hopfenseihen Die Würze durch einen Filter in den Gärbehälter abfüllen
Würzemenge
Eintragen
Die Würzemenge ermitteln und im Tab (Brau & Gärdaten) in das Eingabefeld (Würzemenge nach dem
Hopfenseihen) eintragen
Stammwürze
Eintragen
Die Stammwürze messen und im Tab (Brau & Gärdaten) in das Eingabefeld (Stammwürze nach dem
Hopfenseihen) eintragen
Verdünnen Wenn gewünscht die Würze mit der berechneten Menge Wasser auf Sollstammwürze verdünnen
Speise abfüllen 1 Liter Speise abfüllen
Abkühlen Die Würze auf Anstelltemperatur bringen.
Würzemenge
Eintragen
Die Würzemenge ermitteln und im Tab (Brau & Gärdaten) in das Eingabefeld (Würzemenge beim Anstellen)
eintragen
Stammwürze
Eintragen
Die Stammwürze messen und im Tab (Brau & Gärdaten) in das Eingabefeld (Stammwürze beim Anstellen)
eintragen
Hefe zugeben Die Würze mit dem Rührer gut durchlüften und die Hefe unterrühren.
Sud als gebraut markieren, zurücklehnen und ein Bier genießen (am besten ein Selbstgebrautes)


:zustimm: Das Programm hat ein echter Kenner geschrieben, sieht man am letzten Satz :zustimm:

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Zuletzt geändert von hufpfleger am Fr 1. Mai 2015, 19:38, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Fr 1. Mai 2015, 19:03 
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Hallo hufpfleger,

womit kühlst du deinen Sud nach dem Abseihen? :frage:

Übrigens: Wäre doch mal eine coole Sache einen gemeinsamen "Steinbakcofenfreunde-Brautag" zu veranstalten. :dafuer:

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BeitragVerfasst: Fr 1. Mai 2015, 19:35 
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Flammenbeschwörer
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Registriert: Sa 25. Apr 2015, 09:39
Beiträge: 289
Steini hat geschrieben:
Hallo hufpfleger,

womit kühlst du deinen Sud nach dem Abseihen? :frage:

Übrigens: Wäre doch mal eine coole Sache einen gemeinsamen "Steinbakcofenfreunde-Brautag" zu veranstalten. :dafuer:


Ich braue im "Haupthaus" im ersten Stock und vergäre im Nebengebäude. Dazwischen habe ich einen Gegenstromkühler (ca. 8m), ein 12er Cu-Rohr in einem 18er Cu-Rohr. Im 12er Rohr läuft die Würze ins Gärgefäß, im Zwischenraum zwischen dem 12er und dem 18er Rohr pumpe ich Wasser aus einem unterirdischen Wasserreservoir nach oben und von dort läuft's wieder zurück ins Reservoir. Drossele ich den Durchfluß etwas, bekomme ich die Würze auf 20°C und kann die og Hefe sofort zugeben.

:sbof: Brautag? Kein Problem, nach der Reifezeit kann ich das Bier in Flaschen füllen, damit jeder seinen "Anteil" mitnehmen kann.


......aber erst wird morgen mal gebraut :zustimm:

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BeitragVerfasst: Fr 1. Mai 2015, 20:07 
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hufpfleger hat geschrieben:
... einen Gegenstromkühler ...


Das dachte ich mir. So ein Teil habe ich auch noch in Arbeit ( 6 x 1,0 m Strecke ... 12/18er CU-Rohr). :gut: :gut: :gut:

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BeitragVerfasst: Sa 2. Mai 2015, 10:17 
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Flammenkaiser
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Beiträge: 2087
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Hallöchen Allerseits,
Bierbrauen??? :sabbern: :sabbern: :sabbern: Da simmer dabei da is pri hi maaa.....Aber benötigt so ein Brauvorgang nicht mehrere Tage??? Na ja und 150 L für mich alleine is schon ein wenig viel..... Kann man das auch auf 20-30 L runter rechnen?
MfG Nobby... :hallo:

_________________
Selbst der schlechteste Kochtag ist besser als der beste Arbeitstag....


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BeitragVerfasst: Sa 2. Mai 2015, 20:11 
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Flammenfürst
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Beiträge: 793
Bilder: 51
Wohnort: Bebra
Du kannst Dir ja mal das/diese Videos ansehen.
Der macht einen Kasten:
-> https://www.youtube.com/watch?v=R4FYxIAfAgE

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Grüße aus Wald-Hessen
Torsten
¡Vaya con Dios!
Man schafft sich nicht nur Freunde, wenn man ausspricht was man denkt!


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